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Woran man einen Porno erkennt / How to Recognize a Porno

Ingram Hartinger

Woran man einen Porno erkennt

All das Geröll im Traum, ganz im Vordergrund. Dahinter – ein ship durchquert die grauenhaft verschmutzte See. O Seele, futsch der Traum. Und – moi haissable. In tödlicher Lagune weilt der mit dem Ungeist Flirtende. Was dem späten Menschen vielleicht noch zupaß kommt, ist sein letztes sursum in der Massenjauche. Aber es nützt nichts, Gott tröpfelt bereits das ganz Andere in die Suppe. Der Schein des Menschenauges. Beim Eindringen in den Feinaufbau des Alltags tritt die Vermischung von allem mit allem zu Tage. Die Dinge reiben still aneinander. Das Menschenauge erblickt ein Künstlerhaar. Dieses verfärbt sich im Nu. Woran glauben?

Im Daseinsschwund. Bist du der geeignete Mensch, der außerhalb von allem stehen kann? Nach der Zermalmung des Bewusstseins – der Abstieg, Untrost in höchstem Grad. Bis hin zur Wurstigkeit der Toten und tiefe Interessenlosigkeit.

Daher stehst auch du immer noch mitten drin, mitten in der Wüste und trägst das härene Gewand deiner Illusionen. Wieviele cymbelhafte Seinsweisen da draußen auch winken mögen, du wirst dennoch zwei Meter tiefer landen.

Der Gedanke selbst interessiert mich nicht. Neugierig macht mich sein Entstehen und das, was vor ihm war oder was nach ihm kommt. War er vorher ein Gel oder eine Briefmarke, kippte er von der Schaufel eines Totengräbers? Das Geräusch des Wassers sagt, was der Gedanke nie und nimmer verrät. Der Gedanke als ein Resultat ist ein Schuft oder eine getrocknete Physalis.

How to Recognize a Porno

All that waste in the dream, right in the foreground. Behind it - a ship crosses the horrifically polluted sea. Oh soul, gone is the dream. And - moi haïssable. He who flirts with demons rests in deadly laguna. His last sursum in the mass dung may even suit the late human. But it is all in vain; God is already adding that entirely other thing to the soup, drop by drop.

Appearance in the human eye. Penetrating into the tuned construction of daily life, the mingling of all with all becomes apparent. Things softly rub against each other. The human eye finds an artist's hair. It colours immediately. What should we believe?

Existence waning. Are you the right person to stand outside of it all? After conscience has been crushed - the descent, inconsolability to the greatest degree. Up to the couldn’t-care-less attitude of the dead and complete disinterest. And so you, too, are still in the midst of it all, in the middle of the desert, wearing the waning guise of your illusions. However many cymbal-like ways of being may wave to us out there, you will always land two meters deeper.

The thought itself doesn't interest me. I am intrigued by its emergence and what came before it and what may follow it. Was it a gel or a stamp before, did it fall off a gravedigger's shovel? The water's sound tells us what thought would never ever let us know. Thought as a result is a bastard or a dried-out physalis.

TotgestrandetBernd Höfer: Totgestrandet / Jetsamed

edition selene, Wien 2004
ISBN: 3-85266-245-1

[ www.selene.at ]

 

© Bernd Höfer, 2006-2014