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Strand. Liebe / Beach. Love

Ingram Hartinger

Strand. Liebe

Du gibst dich deinem Vakuum hin, du verschwindest in ihm. Dir scheint ein wenig langweilig zu sein. Einmal, da du nicht die Langeweile kanntest, warst du Anhänger, Partisan. Die Bilder indes werden blasser, Träume schimmern sie vergeblich heran. Dein Zerlassensein wie Kismet. Du liegst am Strand, erledigt das ergibt eine weitere tiefe Szene, an der sich deine Seele tränkt. Bläue, Flor. Der sich normal Dünkende würde jetzt trostlos die Stirne senken.

Die Wahrheit selbst scheint wie ein Lebewesen zu sein. Das wache, frei sich bewegende, lebhafte Wahrheitstier. Ganz lieb, ganz schön, die Idee- nein?

Anderseits ist diese Substanz aus Begehr und Kältlichkeit niemals so wichtig gewesen für den banalen Lebensvorgang. Sich von Wahrheiten ein wenig abzusondern, kann nicht schaden. Die grauenvolle Urangst würde so ein wenig schmäler. Und dann?

Das Gefühl des wesentlichen Fehlschlags schafft eine ungemütliche Bucht im Innern. Es lohnt sich kaum noch der heiße Kaffee. Als Provinzieller ertrinkt man im Schwarz der Tasse, schüttet, wenn möglich das Flüssige um sich. Eine lithiumgetränkte Kaulquappe, bieder und blutgeboren und mit unbeholfenem Zerfallsgeruch, leistet einem Gesellschaft. Alles hat sich in gesetzlichem Rahmen abgespielt.

Beach. Love

You let yourself fall into your vacuum, you disappear in it. You seem a little bored. Once, when you did not know boredom, you were a follower, partisan. The pictures in the meantime grow paler, dreams glimmer along in vain. You’ve melted, like kismet. You are lying on the beach, exhausted to provide another deep scene that can suckle your soul. Blueness, a web. Those who think themselves normal would sadly bow their heads.

Truth itself seems to be a living thing. That wide-awake, freely moving, living animal of truth. It's a pretty, a nice idea, isn't it? On the other hand, this substance of desire and coldness has never been so important for the banal procedure of life. To isolate ourselves a little from those truths cannot do us any harm. The horrifying, fundamental fear might grow a little smaller. And then?

The feeling of the fundamental failure creates an uncomfortable little bay on the inside. Hot coffee is nearly not worth it anymore. Being provincial, one drowns in the cup's blackness, spills, if possible, the fluid around oneself. A lithium-bathed tadpole, bourgeois and born of blood and carrying the helpless smell of disintegration, is one's only company. Everything has taken place within the law.

TotgestrandetBernd Höfer: Totgestrandet / Jetsamed

edition selene, Wien 2004
ISBN: 3-85266-245-1

[ www.selene.at ]

 

© Bernd Höfer, 2006-2014