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Alles von Dir / Everything about You

Ingram Hartinger

Alles von Dir

Am magischen Tag fiel sie aus der Krone, herunter von jenem eingewobenen Wurzelhaus. Was für ein seltsames Haus. Wer hat zuletzt darin gewohnt? Keine Lippe fragt danach, schon gar nicht nach dem Los. So spricht der verhallte Klang das Ende aus. Ein dunkler Muttergrund vor aller Zeit? Silbrig blitzt die Faust, hinter der sich ein typisches Tabu versteckt. Die dunkle, ungeteilte Frucht, strandsam prüft sie der sterbliche Beobachter. Was für ein Schatten? Und keine Heizung nötig. Was weiß man schon vom Schmäh, der eine Vision darstellt? Ein Widerglanz vielleicht, im stillen Gesetz. Bitternis und Süßigkeit. Oder Performanz des Luziden, darin der Kontostand des Tödlichen. Und die verborgene Frucht vermutlich mit Fäusten geschlagen. Aber natürlich sind dies nur piktorale Einheiten in linder Flut, jederzeit dazu bereit, das Gespräch ad absurdum zu führen. Nichts kann den vom Heil Geheilten mehr blenden und Schein wächst zu Schein. Wohin ist der Täter entschwunden? Man weiß nichts. Längst sind die Bilder vom Eigenen befreit worden. Nun liegen sie besoffen da in ihrer Beständigkeit. Strandgut, und da rieseln keine Sekunden mehr. Vom polaren Stern herunter gefallen das Phänomen und nun beinahe ewig anwesend, zittrig, aschfahl, genau wie die anderen Phänomene der kostbaren Freudlosigkeit auch. So kätzlich hingerollt und zerbrochen. Der durchgesiebte Sand indes schläfert hold, auch er eingewoben in die restlichen Dinge. Jetzt möchte der Autor am liebsten schweigen, doch will´s nicht gelingen. Da atmet es unkreatürlich in allem. Jetzt ist aus Miamis Schutzmacht die dahinter versteckte Ohnmacht hervorgekrochen, stellt sich als kaputte Entität dar, verwirft Wittgensteins Thesen zugunsten – von was? Das Ganze ist so unwillkürlich und von Fall zu Fall im geschwächten Glied. Eine uralte Muschel umfängt es gelind. Ach, der Himmel will es gesehen haben oder der Mann mit der verrückten Absicht, dem Stranden selbst die Würde zurückzugeben. Er hat sich gemüht und gebangt. Dieser Tag hat das Objekt mit Salz bestreut. Was hat der Beobachter erlangt? Was hat ihn versehrt? Objekt, wenngleich nicht aus Elfenbein, schläft getrost. Okay, und der Autor schweigt jetzt.

Everything about You

One magical day, it fell out of the crown, fell down from that woven house of roots. What a strange house. Who was the last to live in it? No lip has formed that question, no question after its fate. So the dying sound is sounding out the end. Dark motherground from before time? A silvery flash of the fist, hiding a typical taboo. The dark, undivided fruit is beachily examined by the mortal observer. What shadow? No heating necessary. What do we know of the joke a vision might pose? A reflection, maybe, in the silent law. Bitterness and sweet. Or performance of the lucid, within it the balance of mortality. And the hidden fruit, probably being hit with fists. But naturally these are only pictorial units in the soft floods, always ready to lead the conversation ad absurdum. Nothing can blind the one who was healed by healing itself, and the appearance grows into appearance. Where did the perpetrator go? No one knows a thing. These pictures were freed of themselves a long time ago. Now they lie, drunk in their consistency. Jetsom, and no more seconds ticking. Fallen off the polar star, the phenomenon, and now nigh-on eternally present, shaking, ash pale, like the other phenomena of that valuable joylessness. Cat-like rolled up and broken. The filtered sand, though, slumbers peacefully; even it is woven into the other things. Now the author wants most of all to fall silent, but he cannot. It breathes unnaturally in everything. Now the hidden passivity has crawled out of Miami's protective might, shows itself as broken entity, denying Wittgenstein's theories - for what? It is all so coincidental and from case to case in the weakened limb. An ancient shell catches it softly. Oh, heaven might have watched, or the man with the crazy ambition to return dignity to stranding itself. He strived and feared. This day powdered the object with salt. What did the observer achieve? What saved him? Object, even if not made of ivory, sleeps soundly. Okay, and the author is silent now.

TotgestrandetBernd Höfer: Totgestrandet / Jetsamed

edition selene, Wien 2004
ISBN: 3-85266-245-1

[ www.selene.at ]

 

© Bernd Höfer, 2006-2014